
Der virtuelle Artikel
17. November 2009… oder: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Schmutz werfen
- von Alex Cee
An der journalistischen Güte des Spiegels schieden sich schon länger die Geister. Nun allerdings dürften sich sehr dunkle Wolken über der einstigen Sperrspitze der bundesdeutschen Demokratie zusammenbrauen. Während sich das Nachrichtenmagazin am Wochenende dazu hinreißen ließ, einen hässlichen und ehrabschneidenden Artikel über die angeblichen Beweggründe Lafontaines zum Rückzug von der Fraktionsspitze ins Heft zu schmieren (Affaire mit Parteigenossin Wagenknecht), kommt nun das wahre Motiv ans Tageslicht: Krebs!
Interessanterweise lässt sich der oben verlinkte Artikel auf Spiegel Online nicht mehr finden! Sämtliche Verlinkungen sind gelöscht, alle Schlagwörter entfernt, kein Hinweis auf die Existenz des Beitrags auf der ganzen Seite! Nur über die Toplisten und Google und lässt sich der “virtuelle Kanditat” noch finden. Wer jetzt noch an einer Hetzkampagne gegen Lafontaine und die Linke zweifelt muss blind sein. Außerhalb einer halbwegs ehrlich gelebten Demokratie gibt es übrigens einen schönen Begriff für diese Art der Berichterstattung: Propaganda!

Nachtrag 19:33 Uhr: Scheinbar hat Spiegel Online die Selbstzensur teilweise wieder aufgehoben. Der Artikel ist nun als Textlink über den Beitrag “Oskar Lafontaine an Krebs erkrankt” (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,661828,00.html) zu erreichen. Über die Suchfunktion der Seite oder in den Themenressorts fehlt vom “virtuellen Kandidaten” jedoch nach wie vor jede Spur.