Archiv für die Kategorie ‘Regionales’

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5 Jahre Hartz IV – 5 Jahre AQA!

18. November 2009

5 Jahre Hartz IV – 5 Jahre AQA!
Kein Grund zum Feiern!
und die Krise macht nichts besser…
Freitag, 27.11. 2009, 18 Uhr im DGB-Jugendheim Hanau

Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Peter Grottian aus Berlin
Vorstellung einer neuen Broschüre zu den Praktiken der AQA

Peter Grottian ist als Sozial- und Arbeitsmarktwissenschaftler in den sozialen Bewegungen aktiv, er streitet – u.a. im Aktionsbündnis Sozialproteste – von Beginn an gegen die Agenda 2010 und ihr Herzstück Hartz IV. Er wird Bilanz ziehen zu den Auswirkungen dieses einschneidenden sozialen Angriffs, aber auch die Widerstandsgeschichte nachzeichnen und mögliche Perspektiven zur Debatte stellen.

Der Abend soll gleichzeitig genutzt werden, um eine neue lokale Broschüre vorzustellen, die aus verschiedenen Blickwinkeln die alltägliche Auseinandersetzung mit der im Main-Kinzig-Kreis für Arbeitslosengeld II zuständigen GmbH für Arbeit, Qualifizierung, Ausbildung (AQA) thematisiert.

Aus dem Vorwort: „Wir hoffen, dass unser Heft zum ´5-Jahres-Jubiläum` von Hartz IV dazu beiträgt, dass sich immer weniger Menschen stillschweigend gefallen lassen, wie hier in Hanau und Main-Kinzig-Kreis von der AQA mit ihnen umgegangen wird. Widerstand tut not! Ganz alltäglich, aber auch immer wieder in öffentlichen Protesten. Und das gilt insbesondere in Zeiten der Krise, wenn doch zum einen absehbar ist, dass die Zahl der Arbeitslosen nochmal stark zu- statt abnehmen dürfte, sobald Kurzarbeiterprogramme und ALG I auslaufen. Zum anderen aber auch, weil die ´Herrschaften da oben` bekanntlich die immensen neuen Krisenschulden ´nach unten` abwälzen wollen. Neue soziale Angriffe und neue Kataloge der Zumutungen sind jedenfalls zu erwarten, und die AQA-Bürokratie dürfte wieder an vorderster Front dabei sein, wenns um Kürzungen und Gängelungen geht. Umso wichtiger, dass sich der Widerstand gegen das Hartz-IV-Regime auf verschiedensten Ebenen weiterentwickelt und entschiedener als bislang zum Ausdruck kommt: Wir zahlen nicht für Eure Krise!“

Veranstaltet vom Basta-Cafe-Hanau
E-Mail: basta-hanau@kein.org
V.i.S.d.P.: Elise Gimpel, Metzgerstrasse 8, 63450 Hanau

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Stromausfall in Maintal

8. Oktober 2009

Gestern am späten Morgen in einem kleinen Kaff vor Frankfurt: Hochstadt eine halbe Stunde lang stromlos der Zeit ausgeliefert. Während ich schon die dämlich langsamen Straßenbauarbeiter vor der Tür in Verdacht hatte mal eben einen Spaten ins Hauptstromkabel geschlagen zu haben, beruhigten mich die Maintaler Stadtwerke auf telefonische (Handy-)Nachfrage: „“Netzteil beim Umspannwerk durchgebrannt, kann noch dauern“.

Während der Kühlschrank langsam aber sicher vor sich hintaute, fühlte ich mich in die Steinzeit zurückversetzt und verfluchte einmal mehr die Tatsache, mir nicht schon längst einen Surfstick für das noch geladene Notebook besorgt zu haben.  Nach etwas über einen halben Stunde war der Spuk plötzlich vorbei und ich wieder in der Gegenwart angekommen. Ausführliche Aufklärung zum Vorfall gibt es heute auf der Seite der örtlichen Stadtwerke:

Im E.ON Mitte-Umspannwerk Maintal-Bischofsheim kam es am Mittwochmorgen um 8.10 Uhr zu einem Ausfall der Stromversorgung. Ein Mitarbeiter wurde dabei leicht verletzt. Es kam zu einem Schwelbrand mit Rauchentwicklung, der von der Feuerwehr eingedämmt wurde. Der Sachschaden kann noch nicht beziffert werden.Die genaue Ursache für die Störung wird noch untersucht.

Nach Angaben von E.ON Mitte konnte die Versorgung zunächst gegen 8.13 Uhr wieder sichergestellt werden. Um 9 Uhr kam es durch den technischen Defekt zu einem weiteren Ausfall der Stromversorgung, von dem insgesamt etwa 30 000 Einwohner in der Region Bischofsheim, Hochstadt, Niederdorfelden, Gronau und Wachenbuchen betroffen waren. Durch Netzumschaltungen auf das Umspannwerk Dörnigheim konnte die Versorgung der betroffenen Kunden Zug um Zug bis 10.03 Uhr wieder sichergestellt werden.

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Beweis: Offenbacher sind blöd!

24. September 2009

Häufigsten Unfälle – Offenbacher schlechteste Fahrer

Autofahrer aus Offenbach sind statistisch gesehen die schlechtesten in ganz Hessen. Sie verursachten häufiger Unfälle mit höheren Fremdschäden, wie aus Erhebungen des Versicherungsverbandes GDV hervorgeht. Der errechnete Indexwert für die Kfz-Haftpflichtversicherung lag danach um 22,8 Prozent über dem Bundesschnitt. Als einzige Hessen müssen die Offenbacher in der Haftpflicht die höchsten Versicherungsprämien der Regionalklasse 12 bezahlen.

Quelle: Offenbacher schlechteste Fahrer | Nachrichten | hr-online.

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Aktion »Zahltag« in Hanau

9. Juli 2009

Zahltag

»Unhaltbare Zustände« in Hanau

Aktion »Zahltag«: Sozialinitiativen bieten ALG-II-Beziehern Beistand in Gesprächen mit Fallmanagern an
von Gitta Düperthal – www.jungewelt.de

»Ist mal wieder dein Geld nicht überwiesen worden? Oder sind mal wieder deine Unterlagen verschwunden?« Diese Fragen auf einem Flugblatt sollten Erwerbslosen am Montag morgen Gewißheit verschaffen, daß sie nicht allein mit ihrem Ärger sind. Zum »Zahltag« im Hanauer Jobcenter hatten mehrere Organisationen aufgerufen, darunter der Erwerbslosenkreis Hanau und das Hanauer Sozialforum. »Arbeitslose wehren sich, und keiner muß allein zum Amt«, war das Motto. Nach Meinung der Initiatoren herrschen in der für die Bezieher des Arbeitslosengeldes II im Main-Kinzig-Kreis zuständigen Hanauer Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung mbH (AQA) »unhaltbare Zustände«. Read the rest of this entry ?

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Maintaler Bürgermeisterwahl

5. Juli 2009

Laut Maintal.de lautet das vorläufige Endergebnis für die Bürgermeisterwahl 2009 wiefolgt:

Erhard Rohrbach (CDU): 51,4 %
Katja Weitzel (SPD): 27,2 %
Jörg Schuschkow (WAM): 21,4 %

Enttäuschend auch eindeutig die Wahlbeteiligung von 32,76 % (bei rund 28.000 wahlberechtigten Maintalern macht das gerade einmal 9172 Wähler), was jedoch durchaus am wenig attraktiven Teilnehmerfeld und deren lokaler Werbung gelegen haben mag:

Die nicht örtliche Katja Weitzel bspw. warb auf ihren Plakaten und Broschüren gar nicht erst mit ihrer Parteizugehörigkeit – im Gegenteil: Wer wissen wollte, welcher Partei Frau Weitzel angehört, musste im Kleingedruckten suchen und stieß dort auf die drei Buchstaben S, P und D – scheinbar ist der Ruf der Partei inzwischen so zerstört, dass man auf regionaler Ebene gar nicht mehr mit dem Parteinamen wirbt.

Außenseiter Jörg Schuschkow (WAM) warb für sich mit einem zwar durchaus vom Inhalt sehr ansprechenden Programm, sollte allerdings dringend (auch noch im Nachhinein) den Fotografen seiner Wahlplakate erschießen. Gerade diese unvorteilhaften Plakate überall in Maintal dürften Schuschkow viele Stimmen gekostet haben – schade, hätte man ihm einen Sieg doch durchaus gegönnt.

Und mir als Hochstädter war es eigentlich klar, dass Erhard Rohrbach (CDU) erneut das Rennen machen würde. Wieso? „Na ja, was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“ Dieser Spruch sorgte von Haus aus schon einmal für einen Ausschluss der außerörtlichen SPD-Kandidatin. Und wenn ein örtlich sehr bekannter Rohrbach gegen einen relativ kleinen Schuschkow antritt, gewinnt leider nicht derjenige mit dem besseren Wahlprogramm, sondern der Mann, der mit den Senioren noch „per Du“ ist.

Allerdings durfte ich – wie schon zur Europawahl – eine große Politikverdrossenheit in meinem Umkreis feststellen. Scheinbar halten es sogar viele von der alten Garde (sprich: Silver Generation) nicht mehr für nötig, zur Wahlurne zu gehen. Und das meine Generation im Normalfall nicht wählen geht, ist ja leider sowieso schon bittere Realität. Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass ein Jörg Schuschkow in Maintal einiges besser gemacht hätte – aber solange Erhard Rohrbach nicht noch mehr kaputt macht …. ;-)

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Wirkliche Vermittlung von Erwerbslosen?

11. Dezember 2008

 REKORDSTAND: Optionskommune Wiesbaden vermittelte 41,6 Prozent Erwerbslose in reguläre Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt

- von Anna Fleischer, www.gegen-hartz.de

Wer kennt das nicht; es ist Jahresende und man fühlt sich so richtig ausgepowert. In diesem Zustand erreichte mich die Tagesschaumeldung über die wohl höchste Vermittlungsquote im in und Ausland. Ich glaubte, meinen Augen und Ohren nicht trauen zu können. Welch ein grandioser, oder vielleicht doch eher grotesker Beitrag in einem Nachrichtensender.

Sendebeitrag der Tagesschau (ARD) „Arbeitsgemeinschaften erfolgreicher als Kommunen“:

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Textausgabe
Rathausnachrichten

Die Leser, die Kontakte zu Rundfunk, Fernsehen oder Printmedien haben, möchte ich wirklich bitten, dieses Rekordergebnis dort für weitere Veröffentlichung anzutragen. So eine gute Nachrichtenmeldung muss alle erreichen. Die, die den Glauben an die Arbeitsmarktpolitik verloren haben, aber auch die, die schon immer vom guten Ausgang der Agenda 2010 überzeugt waren.

Jetzt ist der große Erfolg der Optionskommune Wiesbaden amtlich. Bei mir blieben allerdings noch Fragen dazu offen und ich habe bei der Tagesschau, siehe nachfolgender Text, um Angaben zu den Quellen der Recherche angefragt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Beitrag „Arbeitsgemeinschaften erfolgreicher als Kommunen“ enthielt u.a. ein Interview mit dem Sozialdezernenten Arno Goßmann von der Optionskommune Wiesbaden. Die Aussagen von Herrn Goßmann erscheinen mir unglaublich. Demnach sollen in Wiesbaden 41,6% Erwerbslose in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt worden sein.

Da ich aus Wiesbaden komme, als auch Einblick in die hiesige Arbeitsmarktpolitik und die Umsetzungspraxis bei Hartz IV habe, kann ich aus dem ARD-Bericht nur schließen, dass man Ihnen einen riesengroßen Bären aufgebunden hat.

Zwar kursieren auch im Wiesbadener Rathaus die für 2007 ausgegebenen Werte. Laut Rathausnachrichten vom 02/08 sollen es 6.800 und lt Herrn Goßmann im Juni 6.7000 (41,6%) Erwerbslose sein, die in eine reguläre Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt vermittelt wurden. 

Eine Vermittlungsquote von 41,6 Prozent dürfte wohl weltweit eine Sensation sein. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus…
(weiterlesen bei www.gegen-hartz.de)

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Maintal: DSL Alternativen

11. Dezember 2008

Auch für mich interessant, da ich ja vorhabe, in Bälde wieder vom schrecklichen Hanau ins schöne Maintal zu ziehen…

weinberghof-schmidt.de

Wunderschön aber Internetlahm: Maintal Hochstadt - Fotocredit:weinberghof-schmidt.de

DSL-Anschluss: Städtische Wirtschaftsförderung stellt Alternativen für Maintaler Stadtteile vor

Das Internet hat sich in den letzten Jahren zum Informations- und Kommunikationsmedium Nummer 1 entwickelt. Umso ärgerlicher ist es für Unternehmen, Freiberufler und private Internetnutzer, dass derzeit lediglich zwei der vier Maintaler Stadtteile – Dörnigheim und Bischofsheim – an das leistungsfähige DSL 6000 oder DSL 16000 angeschlossen sind. Besonders für diejenigen, die beruflich auf den Transfer großer Datenmengen angewiesen sind, ist das ein Problem, also beispielsweise für Fotografen oder Grafiker. Denn in Hochstadt verfügt lediglich ein Teil der Haushalte über DSL 2000, der Rest sowie die Wachenbuchener Kunden gar nur über DSL 1000.

Da sich die Beschwerden aus der Bevölkerung dieser beiden Stadtteile massiv erhöht haben, trat Bürgermeister Erhard Rohrbach mit der Telekom in Kontakt, um zu erfragen, wann die Bereitstellung von DSL 6000 oder DSL 16000 in Hochstadt und Wachenbuchen geplant sei oder welche Alternativen es gebe. Die Antwort der Deutschen Telekom war für den Rathauschef sehr enttäuschend.

Priorität bei der DSL-Versorgung habe zunächst die flächendeckende generelle Verfügbarkeit, hieß es da. Hier sei die Stadt Maintal bereits sehr gut versorgt. Die Investition in eine Bandbreitenerhöhung in den Stadtteilen Hochstadt und Wachenbuchen sei aus unternehmerischer Sicht derzeit nicht wirtschaftlich, so die Telekom weiter. Die Alternative für die Stadt Maintal bestehe darin, dass sie sich an den Investitionen in Höhe von bis zu 500.000 Euro beteiligen könne. Eine genaue Kostenanalyse könne zudem erst dann durchgeführt werden, wenn die Bereitschaft signalisiert würde, einen Teil der Kosten im sechsstelligen Bereich zu übernehmen.

Die Stadt würde zwar gerne einen Beitrag dazu leisten, dass Bürger und Selbstständige in Hochstadt und Wachenbuchen endlich schneller ins Netz kommen -  eine Ausgabe in dieser Höhe aber ist nicht tragbar. „Dass die Gewinnung neuer Kunden beziehungsweise die Sicherung des Kundenbestandes in zwei ganzen Stadtteilen sich nicht rechnen soll, kann ich mir persönlich eigentlich nicht vorstellen. Zudem finde ich es sehr schade, dass auf die Zufriedenheit bestehender Kunden so wenig Wert gelegt wird:

Ein Beispiel mehr, das zeigt, wie vielerorts offensichtlich nur kurzfristig gedacht wird und der schnelle Gewinn im Vordergrund steht“, so der Bürgermeister.
Dies nahm Anke Gemein von der städtischen Wirtschaftsförderung zum Anlass, um den Bürgerinnen und Bürgern aus Hochstadt und Wachenbuchen Anbieter mit alternativen Übertragungstechniken vorzustellen. Nexiu ist ein Produkt der Mega Access GmbH, welches den Zugang zum Highspeed-Internet per Funk verschafft (www.nexiu.de). Eine Flatrate steht schon ab 25,– €/Monat zur Verfügung. Auch T-Mobile bietet das schnelle Surfen über Mobilfunk mit web’n’walk@home an (www.t-mobile.de). Die Fa. Probstei Telekom GmbH stellte im vergangenen Jahr ihr Produkt SATDSL vor; eine Internetanbindung über Satellit (www.probstei-telekom.de).

Credit: Maintal.de

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Bundesregierung manipuliert Arbeitslosenstatistik

7. Dezember 2008

Trickreich durch die Krise
DGB: Bundesregierung will ein weiteres Mal die Arbeitslosenstatistik manipulieren 

Entgegen allen Schönwetterreden der großen Koalition wird die Wirtschaftskrise zusätzlich 700.000 Menschen in Deutschland in die Erwerbslosigkeit treiben. Mit einer Konjunkturbelebung ist frühestens 2010 zu rechnen, teilt der Ortsverband Maintal des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) mit. Dies geht aus einer Prognose der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Danach schrumpft das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr um 0,9 Prozent. Zur Belebung von Konsum und Investitionen legt die Organisation der Regierungskoalition Steuersenkungen nahe.  „Das nicht sehr große Konjunkturprogramm der Bundesregierung ist zeitlich zu lang gestreckt und wird eher den Aufschwung ab 2010 stärken als die Rezession stoppen“, warnte Andreas Wörgötter, für Deutschland zuständiger Direktor der OECD-Wirtschaftsabteilung. „Die Aussichten sind düster, die Krise ist so schwer wie zuletzt in den 80er Jahren“, fügte OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmitt-Hebbel hinzu. Es könne jedoch noch weit schlimmer kommen: „Die Risiken dominieren bei weitem.“ Ihre letzte Prognose korrigierte die OECD damit drastisch nach unten. Noch im Juni hatte die Organisation für 2009 mit  einem Wachstum von einem Prozent in Deutschland gerechnet.

Der gesamte OECD-Raum der 30 mächtigsten Industriestaaten ist den Angaben zufolge seit dem dritten Quartal 2008 in den roten Zahlen. Im kommenden Jahr gehen die OECD-Ökonomen von einem Wirtschaftsrückgang um 0,4 Prozent aus, in der Eurozone sogar um 0,6 Prozent. Der Tiefpunkt soll voraussichtlich Mitte 2009 erreicht sein. Der Chefvolkswirt der OECD betonte allerdings, dass dieser Prognose die Annahme zugrunde liege, „das Gröbste“ der Finanzkrise sei in wenigen Monaten überstanden. 2010 – nach fünf Quartalen Rezession – könnte die deutsche Volkswirtschaft wieder um 1,3 Prozent wachsen, hieß es weiter. Allerdings werde der Arbeitsmarkt wesentlich länger stark belastet. „Bis Ende 2010 wird die Quote in Deutschland von 7,7 auf knapp über neun Prozent steigen,“  sagte der OECD-Deutschland-Experte Felix Hüfner voraus. Die Zahl der Arbeitssuchenden werde um 700.000 steigen, im gesamten OECD-Raum um acht auf 42 Millionen.

Die Bundesregierung reagiert auf  ihre bekannte, unsägliche Art auf diese Aussichten, empört sich der DGB Maintal. Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge beabsichtigt sie, die Zahl der Erwerbslosen per Gesetzesänderung herunter zurechnen und somit noch weiter zu schönen. Das ist eine üble Trickserei, die schon mehrmals praktiziert wurde, empören sich die Gewerkschafter. Nach einem Gesetzentwurf zur Neuregelung von Arbeitsmarktinstrumenten, der der FTD vorliegt, sollen künftig alle Erwerbslosen, die durch private Vermittlungsagenturen betreut werden, nicht mehr als „arbeitslos“ gezählt werden. Im Oktober waren dies rund 149.000, schreibt die Zeitung, insgesamt fielen in diesem Jahr rund 300.000 Erwerbslose unter diese Kategorie. Künftig sollen sie aus der Statistik herausfallen, bestätigte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums der Zeitung: „Das ist grundsätzlich so geplant.“ Maintals Gewerkschafter verwahren sich gegen solch eine billige Manipulation der offiziellen Arbeitslosenzahlen. Selbst die Bundesagentur für Arbeit (BA) lehnt die Pläne laut FTD ab. „Das sehen wir mehr als kritisch“, zitiert die Zeitung den Vizedirektor des der BA angeschlossenen Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), Ulrich Walwei.

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Knut ist tot

27. September 2008

Jörg Sternbergs erster Krimi »Knut ist tot« ist eine urkomische Satire auf Hysterie und Hype um das Lieblingsbaby der Nation. Der Tod eines Eisbären zeigt die Rückseite der Rührseligkeit: alltägliche Bosheiten und gesellschaftliche Unmenschlichkeit. 

Jörg Sternberg, Hanauer Autor, Mitbegründer von attac Hanau und ehemaliger Lehrer, hat ein amüsantes und spannendes, aber vor allem skurriles Buch über den Kult um Knut geschrieben.

Knut ist tot - Jetzt im Handel!

Knut ist tot - Jetzt im Handel!

Zum Inhalt: Ein erfolgloser Schriftsteller bekommt von seinem Verleger den Schreibauftrag, das beliebeste Literaturgenre, den Krimi, mit dem prominentesten »Deutschen« des letzten Jahres, Eisbär Knut, zu kombinieren. Der Autor wird, um in Ruhe und abgeschirmt von den nervigen Kindern und seiner Frau, einer gefühligen Lyrikerin, schreiben zu können, auf die Kanaren geschickt. Auf Fuerteventura ist es nun aber keineswegs ruhig: Satte urlaubende Kleinbürger und eine geheimnisvolle Schriftstellerin ziehen ihn in eine Menge grotesk bis bitterbös geschilderter Episoden. Alles vor dem Hintergrund von Flüchtlingsschicksalen, alltäglichen Kalamitäten und gesellschaftlichen Missständen.

 

Immerhin: Zum Schreiben kommt der Ich-Erzähler auch. Er eröffnet seinen Krimi mit dem Tod Knuts – man findet ihn stranguliert in seiner Spielschaukel. Ein Unfall, ein Mordanschlag, ein Suizid? Ein politischer Terroranschlag, ein Gnadentod, die Vertuschung einer Vergiftung durch Wachstumshemmer und Beruhigungsmittel? Der mit den Ermittlungen beauftragte Kriminalrat, in seiner Beschränktheit und seinem Phlegma eher ein Antiheld, findet die Täter zunächst nicht. Es wird deutlich, dass Sternberg mit dem Genre ‘Kriminalerzählung’ parodistisch spielt. Natürlich wird das Manuskript des Krimis vom Verleger schließlich abgelehnt und der Auftrag anderweitig vergeben. Hier spielt die geheimnisvolle Frau, die Geliebte auf Fuerteventura, eine Rolle. Wie nebenbei wird am Ende aber auch der Fall gelöst.

Kurzbiographie: Jörg Sternberg wurde 1940 in Erfurt geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaft Ausbildung zum Gymnasiallehrer. Als solcher tätig an der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel, der Karl-Rehbein-Schule in Hanau und der Kopernikus-Schule in Freigericht. Als Autor und Regisseur im Schultheater engagiert, viele Inszenierungen insbesondere moderner Stücke. Seit 1960 schriftstellerisch tätig, Mitglied im Literaturforum Hanau. Preise: 1978 Ruhrfestspiele, 2. Preis für Stück über Neonazis, 2003 2. Preis, Sparte Prosa, Bickenbacher Literaturwettbewerb. Bisherige Veröffentlichungen: Stattleben, Roman, Rhodt 1988; Ikarus, Kurzprosa und Lyrik, Rhodt 1989; Der plötzliche Befall der Leute durch Vereinigung …, Erzählungen, Hanau 1992; Vom Verflimmern der Wirklichkeit, Prosa, Gelnhausen 2003. Veröffentlichung in Zeitschriften u.a. in fragmente, ort der augen, Krautgarten, Neue Hanauer Zeitung (NHZ) und in drei Anthologien des Hanauer Literaturforums.

Jörg Sternberg
Knut ist tot – Eine Kriminalsatire
Neuerscheinung: 18. September 2008
ISBN 978-3-937774-58-9
120 Seiten, Broschur, Preis 8,95 Euro
CoCon-Verlag Hanau
www.cocon-verlag.de

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VAC-Streikvideos auf YouTube

11. September 2008

Die Belegschaft der Hanauer Vacuumschmelze (VAC) hat sich mit überwältigender Mehrheit für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen. Wie die IG Metall der hessischen Industriestadt am Mittwoch vormittag bekanntgab, votierten 92,2 Prozent der abstimmenden Gewerkschaftsmitglieder dafür, die im Juni erfolgte Tarifflucht des Unternehmens mit einem Streik zu beantworten. Die Arbeitsniederlegung sollte am heutigen Donnerstag um fünf Uhr früh beginnen. (Quelle: JungeWelt)

Den Streik vor dem Computer verfolgen kann man dank dem neuen YouTube Kanal „MetallerHanau“, der täglich unter der Adresse http://de.youtube.com/user/MetallerHanau aktuelle Impressionen vom Geschehen liefert. Solidarisch mit den Streikenden zeigt sich übrigens auch der Erwerbslosenkreis Hanau, der am Donnerstag mit den Streikenden am Haupttor der VAC stand. Hier ein aktuelles Video vom Donnerstag, den 11. September 2008 mit der Rede von IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild vor der VAC: